Router für den Hausgebrauch

Router für den Hausgebrauch

Norbert Fuchs ist Senior Testexperte bei infinIT Services und beschäftigt sich seit Jahren mit CPE-Tests (CPE: „Customer Premises Equipment“). Sein hauptsächlicher Aufgabenbereich liegt in Abnahmetests von Routern für DSL- und Kabel-Anschlüsse im Auftrag verschiedener deutscher Netzbetreiber. Im nachfolgenden Interview gibt Norbert einen kleinen Einblick in seine Tätigkeit.

Georg Einfalt: Beschreibe bitte kurz Deine Aufgabe im CPE-Test

Norbert Fuchs: Es geht darum, die Funktionalität der Router gegen die Requirements zu verifizieren. Wir haben eine Datenbank mit Testfällen zur Verfügung, aus der wir den Testumfang individuell je nach Testschwerpunkt und Vorgaben des Kunden zusammenstellen.

Georg: Warum sind solche Abnahmetest nötig?

Norbert: Ein Netzbetreiber, der uns mit den Tests beauftragt, will, dass seine Anforderungen an das CPE verifiziert werden, um sicherzustellen, dass er vom Gerätelieferanten Qualität für sein Geld bekommt. Und für den Betrieb im Feld will der Auftraggeber sichergestellt haben, dass der Aufwand für die Wartung in Problemfällen nicht zu hoch ist.

Georg: Wo liegen nach Deiner Erfahrung die Problembereiche?

Norbert: Das ist nach Gerät und Version sehr unterschiedlich. Es kristallisieren sich Schwerpunkte heraus, wie beispielsweise derzeit bei IPv6 oder im Software-Wechsel, wenn also eine neue Version aufgespielt werden soll. Kürzlich hatte ich einen Fall, wo die Kombination eines Software-Wechsels mit anschließender Migration eines Dual-Session- auf einen Single-Session-Anschluss den Totalausfall des Gerätes bewirkte.

Georg: Du hast Erfahrung mit DSL-Routern und mit Kabel-Routern. Gibt es Unterschiede, die besondere Relevanz für den Test haben?

Norbert: Die Physik des Anschlusses ist natürlich unterschiedlich. Bei DSL gibt es eine Point-to-Point-Verbindung, über die die Daten laufen und die Administration erfolgt. Bei Kabel-CPEs gibt es eine größere logische Trennung, also separate Verbindungen für Telefonie, Daten und Administration. Die Protokolle sind unterschiedlich. Und es gibt unterschiedliche Infrastrukturen und Verwaltungsstrukturen mit anderen Tools. Im Testgeschehen arbeitet man aber eigentlich immer mit den gleichen Mitteln. In der Peripherie sind die Geräte ähnlich, man findet beispielsweise überall eine USB-Schnittstelle und Anschlüsse für analoge Telefone.

Georg: Wenn ein neue CPE auf den Markt kommt, worauf sollte der Hersteller besonders achten?

Norbert: Stabilität ist ein wichtiges Kriterium. Ich beobachte, dass die Geräte oft unter Zeitdruck entwickelt werden. Immer wieder werden dann teure Maßnahmen zur Verbesserung der Software nötig, manchmal auch der Hardware, d.h. es müssen Wiederholungszyklen gefahren werden, die eigentlich nicht notwendig sind. Mit mehr Zeit in der Entwicklung und einer Stabilisierung bevor das Gerät in den Abnahmetest geht, wäre viel zu gewinnen. Neue Geräte sollten an der Bedienoberfläche intuitiver werden, wobei sich die Haupt-Bedienelemente auf die Grundfunktionalitäten fokussieren. Für die Spezialisten gibt es darüber hinaus auch die Möglichkeit, auf die Feineinstellungen zuzugreifen. Der normale Anwender will nur eine Internetverbindung und telefonieren, sich aber nicht in die Technik des CPE vertiefen.

Georg: Norbert, danke für das Interview.

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