Autoritär oder eher konsensorientiert – Entscheidungsfindung in agilen Teams!

Autoritär oder eher konsensorientiert – Entscheidungsfindung in agilen Teams!

Das Meetup der Serie „Agile Workshop Night“ am 05.07.2017 in Berlin behandelte diesmal das Thema „Entscheidungsfindung in agilen Teams“. Die knapp 20 Gäste mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund in agiler Entwicklung analysierten in Gruppen verschiedene Formen von Entscheidungsprozessen und teilten untereinander ihre eigenen Erfahrungen aus der Projektpraxis.

Die folgenden vier grundsätzlichen Arten der Entscheidungsfindung wurden auf ihre Vor- und Nachteile untersucht:

  • Autoritär
  • Mehrheitsbasiert
  • Konsensbasiert
  • Delegation

Der Fokus lag dabei natürlich auf Entscheidungsprozessen in selbstorganisierten Entwickler-Teams, die auf Basis agiler Vorgehensmodelle arbeiten (z.B. Scrum, Kanban, XP, etc.). Gerade in der Einführungsphase agiler Methoden und der Transition von „traditionell arbeitenden“ zu selbstorganisierten Teams findet häufig ein heftiger Kulturwandel statt, der mit vielen Konflikten zwischen den Beteiligten einhergeht.

Konflikte entstehen vor allem dann, wenn das Team gemeinsam Entscheidungen zu Fragestellungen treffen muss, die ihm in traditionellen Organisationsformen (Wasserfall-Modell) oftmals vorgegeben wurden, z.B. welche Features wie und wann implementiert werden. Diese Herausforderung kann nur dann konstruktiv gemeistert werden, wenn in der Zusammenarbeit und in der Auseinandersetzung eine wertschätzende und respektvolle Kommunikation eingehalten wird und der Entscheidungs-prozess klar definiert sowie von allen Beteiligten in der Form akzeptiert ist.

Der Moderator des Workshops wies darauf hin, dass nach seiner Erfahrung die grundsätzlichen Formen der Entscheidungsfindung in der Praxis zu wenig bekannt sind. Hinzu kommt, dass auch der Prozess der Entscheidungsfindung in agil arbeitenden Teams häufig nur unzureichend definiert und umgesetzt ist.

Nachdem die Gruppen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen der Entscheidungsprozesse herausgearbeitet hatten, wurde schnell deutlich, dass konsens- und mehrheitsbasierte Ansätze für die Arbeit von agilen Teams klar favorisiert wurden. In einer anschließenden Open-Session wurden eigene Erfahrung mit Entscheidungsprozessen und auch Ideen zur Optimierung der Verfahren durch Kombination mit zusätzlichen Elementen diskutiert. Z.B. können konsensorientierte Prozesse durch „Timeboxing“ und Hinzunahme von Experten (Ratschlag, Empfehlung) beschleunigt werden.

Abschließend war man sich aber dann doch einig, dass es keine allgemeingültige Lösung für den Entscheidungsprozess in agilen Teams geben kann. Die optimale Lösung ist abhängig von den individuellen Rahmenbedingungen (Markt, Unternehmensorganisation, agiler Reifegrad) und ganz Maßgeblich der Kultur im Team. Ein agiler Coach (intern oder extern) kann hilfreich sein hier den passenden Ansatz zu finden.

Bei Bier und Pizza wurde später in einer lockeren Runde weiter diskutiert. Alles in Allem war es ein interessanter und anregender Abend und ich bin schon auf das Thema des nächsten Meetups gespannt.

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